Die Bnei Menashe Juden kehren zurück nach Israel

In naher Zukunft soll die nächste Alijah Welle aus dem Nordosten Indiens beginnen. Es handelt sich bei den Heimkehrern um die Bnei Menashe Juden. Die Nachkommen des Stammes Manasse.

Die Aliyah der Bnei Menashe, einer jüdischen Gemeinschaft aus Nordostindien, die behauptet, von einem der Zehn Verlorenen Stämme Israels abzustammen, ist ein besonderes Kapitel in der Geschichte der jüdischen Einwanderung nach Israel.

Über mehrere Jahrzehnte hinweg haben Tausende Mitglieder der Bnei-Menashe-Gemeinschaft ihren Weg nach Israel gefunden. Mit Unterstützung der israelischen Regierung sowie jüdischer Organisationen, die sich der Sammlung verstreuter jüdischer Gemeinschaften weltweit widmen.

Die Bnei Menashe betrachten sich als Nachfahren des biblischen Stamm Manasse, einen der zehn Stämme, die vor über 2.700 Jahren vom Assyrischen Reich ins Exil geführt wurden.

Trotz jahrhundertelangen Umherziehens und Lebens unter anderen ethnischen Gruppen in Nordostindien und Teilen von Burma (Myanmar) bewahrten die Bnei Menashe eine Reihe mündlicher Überlieferungen und religiöser Praktiken, von denen sie glauben, dass sie sie mit ihrem alten israelitischen Erbe verbinden.

Die Geschichte der Bnei Menashe beginnt im Jahr 732 v. Chr., als das Assyrische Reich begann, den Stamm Manasse sowie andere israelitische Stämme gefangen zu nehmen und in Gebiete umzusiedeln, die heute zum Irak und Iran gehören. Die Bibel berichtet, dass sie „nach Halah, an den Habor, den Fluss Gosan, und in die Städte der Meder“ gebracht wurden (2. Könige 17,6; 1. Chronik 5,26). Dort blieben sie laut der Chronik und anderen Quellen bis etwa zur Zeit der Eroberungen durch Alexander den Großen im Jahr 323 v. Chr. Als Alexander begann, Persien zu erobern, flohen die Bnei Menashe zunächst nach Norden und dann weiter nach Osten, um der Unterdrückung der Griechen zu entgehen. Ihrer Überlieferung zufolge reisten sie entlang der Seidenstraße und gelangten schließlich nach China, wo sie Teil der jüdischen Gemeinde von „Kaifeng“ wurden. Frühen steinernen Inschriften der Kaifeng-Juden zufolge gab es bereits während der Han-Dynastie (ca. 206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) Israeliten in China. Eine im Jahr 1512 errichtete Stele beschreibt die frühere Anwesenheit von Juden im westlichen Teil Chinas nahe der Grenze zu Usbekistan. Dies untermauert die nicht bestätigten forensischen DNA-Tests, die 2004 in Indien durchgeführt wurden und eine Ähnlichkeit der weiblichen mitochondrialen DNA einiger Bnei-Menashe-Frauen mit der von Frauen aus jüdischen Gemeinschaften in Zentralasien zeigten.

Usbekistan liegt in Zentralasien, und die Seidenstraße verläuft von Kaifeng bis nach Jerusalem direkt durch das Herz dieser Region. Tatsächlich galten Juden als einige der erfolgreichsten Händler entlang der Seidenstraße. Im Jüdischen Museum von Kaifeng in China hängt zudem eine Karte, die die Standorte der frühesten jüdischen Gemeinden in China und Zentralasien zeigt.

Der Stele von Kaifeng aus dem Jahr 1512 zufolge betrachtete die jüdische Gemeinde ihre Heimat im westlichen China – eine Siedlung am Rand der Taklamakan-Wüste – als prophetisch im Sinne der Schrift aus Psalm 104, Verse 8 bis 10.Dort wurden sie im Jahr 108 v. Chr. von dem Han-General Li Guangli während eines Militäreinsatzes entdeckt. Das Han-Reich begann im zweiten Jahrhundert n. Chr. zu zerfallen, und als sich die Han-Armee aus den westlichen Regionen zurückzog, wanderten die Juden in zentralere Gebiete Chinas aus. Sie zogen den Schutz der Han-Herrscher den Risiken eines Lebens unter den Tataren vor. So verlagerten sie ihren Wohnsitz ostwärts in das Gebiet der heutigen Provinz Gansu. Den Berichten der Bnei Menashe zufolge zog der Stamm schließlich im Jahr 231 n. Chr. weiter nach Kaifeng.

Nach der Han-Dynastie gab es Kriege und Konflikte mit benachbarten Stämmen, und die Überlieferung der Bnei Menashe berichtet, dass sie ins Exil geschickt wurden und dass ein chinesischer Kaiser ihr heiliges Buch, nämlich ihre Tora-Rollen, an sich nahm. Nach dem Verlust der Tora wanderten die Bnei Menashe erneut umher. Über diese Zeit ist wenig bekannt, außer dass ihre Überlieferung besagt, sie hätten eine Zeit lang in Höhlen gelebt, bevor sie nach Indien und Burma gelangten. Daher wurden sie als „Shinlung“ bezeichnet, ein Begriff, der sich auf das Tal der Höhlen bezieht, in dem sie einst Zuflucht suchten.

Schließlich ließen sie sich in den Provinzen Mizoram und Manipur im Nordosten Indiens nieder. Sie besaßen keine heiligen Bücher oder schriftlichen Aufzeichnungen mehr, doch ihre Priester gaben ihre Traditionen weiterhin mündlich weiter, einschließlich ritueller Gottesdienstpraktiken, bis ins frühe 19. Jahrhundert. Dort wurden sie im Jahr 1813 von britischen Missionaren entdeckt, denen der Zugang zu dem Gebiet erlaubt worden war. Es waren baptistische Missionare, die als Erste über die Entdeckung möglicher Nachkommen der Verlorenen Stämme berichteten. Eine der Legenden des Bnei-Menashe-Stammes besagt, dass ein chinesischer Kaiser zwar ihr heiliges Buch genommen habe, dass es jedoch eines Tages von einem weißen Mann zurückgebracht wurde. Dieser weiße Mann sei ein christlicher Missionar aus Europa. Später, nach dem Ende des 19. Jahrhunderts, trafen Missionare ein, die aus der großen walisischen Erweckungsbewegung entsandt worden waren, und viele Menschen in der Region konvertierten bald zum Christentum, darunter auch viele der Shinlung.

Die Missionare trafen auf ein Volk mündlicher Überlieferungen, die direkt aus dem Buch Genesis zu stammen schienen – Erzählungen einer großen Flut oder einer Sprachverwirrung auf Erden – Berichte über Patriarchen, die zu biblischen Figuren passten. Wahrscheinlich nahmen sie deshalb die Bibeln der Missionare bereitwillig an. Als die britischen Missionare die Bibel in lokale Dialekte übersetzten und ihnen das Lesen beibrachten, stellten die Bnei Menashe mit großer Freude fest, dass ihre Geschichten, Legenden und Lieder mit den biblischen Berichten übereinstimmten. In ihren Augen bestätigte dies, dass sie Nachkommen des Stammes Manasse waren, und einige Clans beschlossen, an ihren israelitischen Traditionen festzuhalten.

In den 1950er Jahren beschloss eine kleine Gruppe, nach Israel auszuwandern, und versuchte, den Weg zu Fuß zurückzulegen, scheiterte jedoch. Den Bnei Menashe gelang es jedoch, Kontakt zu jüdischen Gemeinden in den größeren Städten Indiens aufzunehmen, und die Nachricht von ihrer Existenz weckte schließlich das Interesse des israelischen Rabbiners Eliezer Avichail, der in den 1980er Jahren in die Region reiste, um ihre Herkunft zu erforschen. 

Avichail brachte schließlich den israelischen Autor Hillel Halkin mit, dessen bekanntes Werk Beyond the Sabbath River seine eigene Suche danach beschreibt, wer diese Menschen wirklich waren. Sie stellten fest, dass sich unter den über Generationen weitergegebenen Bräuchen und Traditionen der Bnei Menashe auch bestimmte gemeinschaftliche Lieder befanden, die bereits vor dem Kontakt mit den Missionaren existierten – Lieder, die von biblischen Ereignissen im alten Israel erzählten.  Zum Beispiel konnte das jährliche Fest Sikpui, eines der wichtigsten Feiertage der Bnei Menashe, erst beginnen, wenn die gesamte Gemeinschaft ein heiliges Lied vollständig gesungen hatte, das deutliche Bezüge zum Auszug aus Ägypten, zur Wolken- und Feuersäule sowie zur Teilung des Roten Meeres enthält. In dem Dokumentarfilm „This Song is Old“ betont Hillel Halkin, dass dieses alte gemeinschaftliche Lied für ihn einer der überzeugendsten Beweise dafür war, dass die Bnei Menashe israelitische Ursprünge haben. Shavei Israel wurde später zu ihrem wichtigsten Fürsprecher für die Rückkehr in das jüdische Volk im Land Israel, und im April 2005 erkannte der sephardische Oberrabbiner Shlomo Amar den Anspruch der Bnei Menashe auf israelitische Herkunft an – vor allem aufgrund ihrer Hingabe zum Judentum. Seine Entscheidung ebnete den Weg dafür, dass die Bnei Menashe nach Israel einreisen konnten.

Die erste Welle der Bnei Menashe - 1.750 Personen, landeten bis zum Jahr 2007 in Israel. Eine zweite Welle begann 2012, bei der die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem die Flüge von über 1.400 dieser Einwanderer finanzierte. Im Jahr 2024 leben noch etwa 58.000 Bnei Menashe in Indien, die sehnsüchtig auf ihre Gelegenheit warten, die Reise in ihre Heimat anzutreten. Nach Jahrhunderten der Trennung steht ihre lang ersehnte Wiedervereinigung mit dem jüdischen Volk in Israel nun endlich in Aussicht.

Die Aliyah für die Bnei Menashe birgt nicht nur logistische Herausforderungen, sondern es gibt auch Bildungsprogramme in Indien, die darauf abzielen, die Gemeinschaft wieder in das jüdische Leben zu integrieren. Diese Programme beinhalten Hebräisch Unterricht, jüdisches Recht, Geschichte und Bräuche und bereiten die Bnei Menashe auf einen reibungslosen Übergang in das Leben in Israel vor.

Die Bnei Menashe haben sich in verschiedenen Regionen Israels angesiedelt, darunter in Galiläa und im Negev, wo sie im Allgemeinen von den lokalen Gemeinschaften willkommen geheißen wurden. Die Regierung sowie gemeinnützige Organisationen haben bei der Bereitstellung von Wohnraum, Bildung und Beschäftigung geholfen, um ihre Integration zu erleichtern. Trotz dieser Bemühungen stehen die Bnei Menashe – wie viele andere Einwanderergruppen auch – weiterhin vor Herausforderungen im Zusammenhang mit kultureller Anpassung und wirtschaftlicher Stabilität.

Helfen Sie mit Ihrer Spende die Bnei Mensahe Juden zurück in das Land Israel zu bringen. - Vielen Dank! 


Wendepunkt - Alijah Rückblick: Jüdische Einwanderung nach Israel 2025

2025 war ein Wendepunkt: Jahrelang wagten mehrheitlich Juden aus der ehemaligen Sowjetunion einen Neuanfang in Israel. Jetzt nimmt die Zahl der jüdischen Einwanderer aus dem Westen zu. Bald könnten sie die Führung übernehmen.

Ziel: Bessere Zukunft

Im vergangenen Jahr konnte die ICEJ mehr als 3.000 Juden aus Äthiopien, Frankreich, Großbritannien und den ehemaligen Sowjetrepubliken bei ihrer Alijah unterstützen, darunter viele Familien. Sie versprechen sich in Israel eine bessere Zukunft und wollen Teil von Gottes Plan für das Land ihrer Vorfahren werden. Allerdings kommen die wenigsten wirklich aus religiösen Motiven. Die meisten Juden aus westlichen Ländern fliehen vor dem weltweit wachsenden Judenhass.

Unser Auftrag und unsere Berufung, Juden zu helfen, in Israel Heimat zu finden, stammt aus Jesaja 49,22: „Sie werden deine Söhne auf ihren Armen tragen und deine Töchter auf ihren Schultern.“ Wenn wir Flüge sponsern und Integrationsprogramme finanzieren, erfüllen wir diese Prophezeiung, die vor langer Zeit über Israel ausgesprochen wurde.

Problemland Frankreich

Im Frühjahr und Sommer half die ICEJ bei der Finanzierung mehrerer Alijah-Flüge, mit denen französische jüdische Familien nach Israel gebracht wurden. Der wachsende Exodus nach Israel wird gerade in Frankreich von den Feindseligkeiten angetrieben, die Juden auf den Straßen, in Schulen und am Arbeitsplatz erleben müssen. Viele französische Juden möchten das Land so schnell wie möglich verlassen. Daher verstärkte die ICEJ ihre Bemühungen in Frankreich und leistete Unterstützung, um Familien dabei zu helfen, die Umbrüche zu bewältigen, die mit der Entwurzelung ihres Lebens einhergehen.

Flucht aus Großbritannien

Im August sponserte die ICEJ den größten Alijah-Flug britischer Juden seit fünfzehn Jahren. Britisch-jüdische Familien nahmen ihre Kinder aus den Schulen, verkauften ihre Häuser und begannen ein neues Leben in einem Land, das sich noch immer im Kriegszustand befand. Sie flohen vor den eskalierenden Feindseligkeiten gegen Juden in Großbritannien.

Dies stellt einen traurigen und beschämenden historischen Wandel dar: Juden, die in stabilen westlichen Demokratien leben, kommen zu dem gleichen Schluss, zu dem ihre Großeltern in den 1930er Jahren gelangten – dass sie das Land verlassen müssen, weil es ihnen keine Zukunft und Sicherheit mehr bieten kann.

Alijah aus Äthiopien

Äthiopische Juden haben ihren Glauben und ihre Identität über Jahrhunderte der Isolation bewahrt. Im Oktober half die ICEJ äthiopischen jüdischen Familien auf ihrer Reise in die biblische Heimat.

Alijah aus dem Norden

Russland, die Ukraine, Weißrussland, Zentralasien und die baltischen Staaten lassen weiterhin ihre jüdische Bevölkerung nach Israel auswandern. Damit erfüllt sich Jeremias Prophezeiung (16,15) über die Rückkehr der Juden aus „dem Land des Nordens”.

Ankunft in Israel

Die Alijah endet nicht, wenn eine jüdische Familie am Ben Gurion Flughafen aus dem Flugzeug steigt – dort fängt sie erst richtig an. Die Einwanderer stehen vor zahlreichen Herausforderungen, sie müssen Hebräisch lernen, Arbeit finden, die israelische Kultur kennenlernen und neue soziale Netzwerke knüpfen. Wir haben unsere Integrationsprogramme im letzten Jahr ausgeweitet, besonders im Bereich der Initiativen zur Förderung der Arbeitskräfte. Die Integration der Einwanderer in die israelische Wirtschaft ist eine Investition in die Zukunft des Landes.

Auch die Alijah-Jugendprogramme Naale und Sela gehörten zu unseren Schwerpunkten. Diese Jugendprogramme ermöglichten es jüdischen Familien, ihre Teenager allein „voraus“ nach Israel zu schicken, um dort die Schule oder Ausbildung abzuschließen. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden bereits vor der Alijah in Jugend-Alijah-Camps der Jewish Agency auf ihre spätere Auswanderung nach Israel vorbereitet. Wir unterstützen auch diese Jugend-Camps, denn die Begegnungen mit anderen Jugendlichen, die ebenfalls nach Israel auswandern möchten, hilft ihnen, Kontakte zu knüpfen und Selbstvertrauen zu gewinnen. Die Alijah ohne Eltern ist sowohl für die Eltern als auch für die Kinder sehr schwer.

Seit Gründung der ICEJ 1980 konnten wir über 193.000 Juden aus über 35 Ländern die Alijah ermöglichen.

 

Sogwirkung

Was als schwierige Entscheidung einzelner jüdischer Familien begann, hat große Sogwirkung entwickelt: Europas Juden beobachten, wie ihre Glaubensgenossen erfolgreich ein neues Leben in Israel aufbauen, während ihre bisherigen Heimatländer zunehmend feindseliger werden.

Die Dynamik ist unbestreitbar. Die Kombination aus Alijah-Erfolgsgeschichten und sich verschlechternden Bedingungen in westlichen Ländern wird den Anstieg auswanderungswilliger Juden im Jahr 2026 vorantreiben.

Die ICEJ hat sich verpflichtet, dem jüdischen Volk beizustehen. Wir setzen uns deshalb vor Ort in Europa und weltweit mit all unseren Möglichkeiten gegen Judenhass ein und gehen für die jüdische Gemeinschaft auf die Straße. Doch unsere Mission ist es zugleich auch, Juden zu helfen, in ihr biblisches Heimatland zurückzukehren.

Wir danken Ihnen, liebe ICEJ-Freunde, dass Sie beides durch Ihre Spenden möglich machen.

 

 


ICEJ hilft Alijah Welle der Bnei Menashe Juden

Ende November fasste die israelische Regierung einen Entschluss, der das Leben von mehr als 5.000 Menschen israelitischer Abstammung in den abgelegenen Hügeln Nordostindiens für immer verändern wird. Das Kabinett von Premierminister Benjamin Netanjahu legte einen Fünfjahresplan zur Vollendung der Alija der Bnei-Menashe-Gemeinschaft fest. – Die Nachfahren des antiken israelitischen Stammes Manasse, die ihre jüdische Identität über 2.700 Jahre im Exil bewahrt haben.

Für die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem, die seit 2012 fast die Hälfte aller Alija-Flüge für Bnei-Menashe-Einwanderer unterstützt hat, ist diese Ankündigung die Erfüllung jahrzehntelanger Gebete, Fürsprache und praktischer Hilfe. Sie ist auch eine Erinnerung daran, dass Gottes Verheißung, „deine Nachkommen aus dem Osten zu bringen“ (Jesaja 43,5), sich weiterhin in unserer Zeit erfüllt.

Die lange Reise einer Gemeinschaft

Die Geschichte der Bnei Menashe liest sich wie ein biblisches Epos. Ihre mündlichen Überlieferungen führen ihre Vorfahren bis ins assyrische Exil von 722 v. Chr. zurück, als die nördlichen Stämme Israels über den Alten Vorderen Orient zerstreut wurden. Im Laufe der Jahrhunderte wanderten viele nach Osten entlang der Seidenstraße (historische Handelswege, die über viele Jahrhunderte Asien mit Europa und Teilen Afrikas verband.) und ließen sich schließlich in den heutigen indischen Bundesstaaten Manipur und Mizoram nieder.

Trotz Isolation und Umherziehen bewahrten sie bemerkenswerte jüdische Traditionen: einen Ruhetag ähnlich dem Schabbat, den Verzicht auf Schweinefleisch, rituelle Opfer und ein jährliches Fest, das den Verzicht auf gesäuertes Brot beinhaltet. Am eindrücklichsten aber hielten sie das „Sikpui Hla“ lebendig – ein altes Lied, das von der Durchquerung eines Meeres, verfolgenden Feinden und einer Feuersäule berichtet – Details, die auffallend dem Exodusbericht der Bibel ähneln.

Im Jahr 2005 erkannte das Oberrabbinat Israels die Bnei Menashe offiziell als Nachfahren der Israeliten an. Seitdem sind rund 4.000 von ihnen nach Israel eingewandert, während weitere 5.800 in Indien warteten – bis jetzt.

 

Die Partnerschaft der ICEJ inmitten der Krise

Während der COVID-19-Pandemie finanzierte die ICEJ die Flüge von 131 der insgesamt 274 Bnei-Menashe, die nach Israel gebracht wurden – oft unter schwierigen Umständen. Als Einwanderer in Neu-Delhi festsaßen, nachdem sie positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, stellten ICEJ-Spender Unterkunft, Lebensmittel und medizinische Versorgung für Familien bereit, die ihre Häuser und Geschäfte bereits verkauft hatten und sich auf dem Weg nach Israel befanden. Dies zeigte das christliche Engagement, an der Seite Israels während der Rückkehr des jüdischen Volkes zu stehen. Seit unserer Gründung im Jahr 1980 hat die ICEJ mehr als 193.000 Juden aus über 35 Ländern bei der Alija unterstützt.

 

Die historische Regierungsentscheidung

Die jüngste Entscheidung des israelischen Kabinetts markiert einen Wendepunkt. Etwa 1.200 Bnei Menashe werden bis Ende 2026 nach Israel einwandern, die restlichen 4.600 bis 2030. Die gesamte Operation wird von der israelischen Regierung und der Jewish Agency for Israel durchgeführt.

Eine wichtige Entscheidung, die auch zur Stärkung des Nordens und Galiläas beitragen wird“, erklärte Premierminister Netanjahu, da sich die neuen Einwanderer vor allem in Nof und HaGalil und anderen Städten im Norden niederlassen werden.

Warum es wichtig ist

Die Bnei Menashe haben sich als loyale und produktive Bürger erwiesen. Viele dienen mit Auszeichnung in den israelischen Verteidigungsstreitkräften (IDF); einige von ihnen haben die Präsidentenmedaille für hervorragenden Militärdienst erhalten. Sie bringen starke familiäre Werte, eine solide Arbeitsethik und tiefe Loyalität zum jüdischen Staat mit.

Seit 2023 sind die in Manipur verbliebenen Bnei Menashe in schwere ethnische Gewalt zwischen lokalen Stammesgruppen geraten. Etwa 1.000 Mitglieder der Gemeinschaft wurden vertrieben, ihre Häuser und Synagogen zerstört. Viele leben nun in Flüchtlingslagern und stehen vor dem, was Gemeindeleiter „eine ungewisse Zukunft“ nennen. Die Entscheidung der Regierung verwandelt ihre Verzweiflung in Hoffnung.

 

 


Ankommende Olim Ben Gurion Flughafen

Mit Koffern und Kinderwagen treffen jüdische Einwanderer aus Europa in Israel ein. Diese Bilder sollten die Welt beschämen. Denn es sind Fluchtbilder. Sie dokumentieren das Versagen unserer Politik und Gesellschaft.

Flucht vor Hass - Die meisten Neueinwanderer lächeln bei ihrer Ankunft am Flughafen von Tel Aviv in die Kameras. Unter ihnen kleine Kinder, betagte Großeltern und junge Mütter mit Säuglingen im Arm. Viele halten Israelfahnen in den Händen. Doch hinter ihrer Entscheidung, in den jüdischen Staat auszuwandern, „Alijah“ zu machen, wie es im Hebräischen heißt, stecken nur selten religiöse Motive.

Europas Juden fliehen vor dem explodierenden Judenhass, vor den Zuständen, die wir in unseren Städten tolerieren. In manchen Familien brechen gleich drei Generationen gemeinsam nach Israel auf. Andere Familien schicken nur ihre Teenager-Kinder. Israels Schüler- und Studentenprogramme für junge Einwanderer sind hoch gefragt. Jüdische Kinder und Eltern nehmen die schmerzhafte Trennung auf sich, weil die Situation an Schulen und Universitäten in vielen Ländern Europas für Juden unerträglich geworden ist.

„Game over“ in Europa - Alles aufzugeben und neu anzufangen in einem Land, das sich mitten im Krieg befindet, dessen Sprache man nicht spricht und das eine zweijährige Wehrpflicht vorsieht, erscheint vielen europäischen Juden inzwischen sicherer und lebenswerter als ein Weiterleben in Europa. Die Bilder der jüdischen Familien mit Koffern in den Händen sollte Europa wachrütteln. Doch Berichte dazu sucht man in den meisten Medien und in der Politik vergeblich.

Islamisten & Mitläufer - Juden in Großbritannien und auch in Deutschland packen ihre Koffer. Besonders aber in Frankreich. Der ehemalige Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses, Pierre Besnainou, fasste die Zukunft der Juden in Frankreich in zwei Worten zusammen: „Game over“ – es ist vorbei. Die offen anti-israelische Politik von Präsident Emmanuele Macron mache Frankreich „zum Verbündeten der Islamisten und deren linken Mitläufer“, analysierte die Jüdische Allgemeine im August.

Bereits seit über 20 Jahren sind französische Juden mit gewalttätigem Antisemitismus konfrontiert – ohne ernsthafte politische Gegenmaßnahmen zu erleben. Jüdische Schulen, Friedhöfe, Gedenkstätten und Synagogen werden angegriffen. Immer wieder kommt es zu grausamen, antisemitistisch motivierten Gewaltverbrechen und Morden. Es gibt an öffentlichen Schulen praktisch keine jüdischen Schüler mehr, berichtet die Jüdische Allgemeine – die Eltern versuchen, ihre Kinder an teuren Privatschulen oder jüdischen Schulen unterzubringen. Über 70.000 französische Juden sind in den letzten 20 Jahren bereits nach Israel ausgewandert.

Einseitige Medien Auch auf deutschen Straßen und Universitäten gehört Judenhass seit dem Terrorüberfall der Hamas auf Israel zum Alltag. Ähnliche Nachrichten erreichen uns aus Österreich.  Die dortige Jüdische Kultusgemeinde berichtet von zahlreichen antisemitischen Vorfällen und einer Flut von Hassmails. Und sie stellt klar: Zum antisemitischen Klima trage besonders auch die auffallend einseitige anti-israelische Berichterstattung in den Medien bei. Sogar der Schweizer Israelitische Gemeindebund (SIG) warnt: „Das Sicherheitsgefühl jüdischer Menschen und die Sicherheitslage jüdischer Einrichtungen haben sich deutlich verschlechtert.“

Dabei beweisen die Fotos der jüdischen Einwanderer aus Europa, wie wichtig das Überleben des jüdischen Staats ist. Und wie gefährlich die falsche Toleranz ist, mit der Europa den neuen Israel- und Judenhass gewähren lässt.

Bitte unterstützen Sie die Alijah-Arbeit der ICEJ mit Ihrer Spende. Herzlichen Dank! 


ICEJ sponsert größten Sonderflug

 

Es war der größte Auswanderer-Sonderflug aus Großbritannien nach Israel seit 15 Jahren: Im Sommer sponserte die ICEJ die Alijah (hebräisches Wort für Einwanderung nach Israel) für 50 britische Juden.

Flugbegleiterin ICEJ-Vizepräsidentin Nicole Yoder begleitete die große Gruppe und war Zeugin dieses historischen Moments, als britische Familien, manche mit drei Generationen, ihre lebensverändernde Reise in den jüdischen Staat antraten. „Es war eine besondere und bewegende Erfahrung, am größten Alijah-Flug aus Großbritannien nach Israel seit 15 Jahren teilzunehmen“, berichtete Nicole.

Die Altersspanne in der Alijah-Gruppe war groß, sie reichte von Babys in Kinderwagen bis zu betagten Großeltern. Dieser generationsübergreifende Aspekt spiegelt die kollektive Entscheidung einer wachsenden Zahl britischer Juden wider, ihre Zukunft im jüdischen Staat zu sichern. Die Zahl der Alijah-Anträge wächst dort rasant. 2024 wanderten 676 britische Juden nach Israel aus – fast doppelt so viele wie 2023.

Komplexe Gefühle Ausschlaggebend für die Alijah-Entscheidung sind die schwierigen Umstände, mit denen Juden heute in Europa konfrontiert sind. Doch die Auswanderung führt auch zu einer neuen Verbundenheit mit der eigenen jüdischen Identität. Am Flughafen in London wurde dies deutlich. Kinder schwenkten voller Vorfreude ihre Israel-Fahnen. Die Eltern kümmerten sich um Gepäck und Dokumente, ihre Gesichter spiegelten die komplexen Gefühle wider, die mit dem Verlassen ihrer Karrieren, Häuser und Großfamilien in Großbritannien verbunden sind.

Die Gruppe wurde in Israel von Vertretern des Alijah-Ministeriums und der ICEJ herzlich empfangen. Wir konnten ihnen Geschenkkarten überreichen, um ihnen bei den ersten Einkäufen von Lebensmitteln und Haushaltsartikeln zu helfen. Viele Neueinwanderer umarmten Nicole lange und herzlich, voller Dankbarkeit für die Unterstützung und Anerkennung. Auch ein amerikanischer Spender war persönlich an Bord des Flugzeugs. Seine Begründung, warum er für den Flug gespendet hatte, berührte die Gruppe: „Ich liebe das jüdische Volk. Deshalb liebe ich euch!“

Erfüllte Prophezeiung Solche Szenen haben für Christen, die Israel unterstützen, eine tiefe Bedeutung. Der Prophet Jeremia sprach von einer Zeit, in der Gott sein Volk „aus dem Land des Nordens und von den Küsten der Erde“ versammeln würde. Die britische Alijah erfüllt diese Prophezeiung – Juden kehren aus den nördlichen Küstengebieten zurück nach Zion.

Doch die praktischen Herausforderungen, denen diese Familien gegenüberstehen, dürfen nicht unterschätzt werden. Sie lassen etablierte Karrieren und vertraute Gemeinschaften zurück. Nur wenige beherrschen Hebräisch. Doch mit großem Ehrgeiz wollen sie sich daran machen, nun einen wertvollen Beitrag zur israelischen Gesellschaft zu leisten.

 

Zahlen in Kürze

Alijah aus Frankreich: Im Sommer sponserte die ICEJ Alijah-Flüge für 60 Juden aus Frankreich. Seit dem Terrorüberfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 konnte die ICEJ 848 französischen Juden die Alijah ermöglichen.

Alijah aus Äthiopien: 9 Flüge konnte die ICEJ im Sommer für äthiopische Juden finanzieren. Seit 2015 hat die ICEJ Flüge für 3.286 der insgesamt 7.948 äthiopischen Juden ermöglicht, die nach Israel eingewandert sind.

Neuanfang: Über 45.000 Juden sind seit dem Terrorüberfall der Hamas nach Israel gezogen. Die ICEJ unterstützt nicht nur Alijah-Flüge, sondern hilft den Neuankömmlingen auch bei der Integration, bei Berufsausbildungen und Sprachkursen.

 

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