Pessach Pakete für jüdische Familien - trotz des Krieges

Trotz der häufigen Unterbrechungen, in denen man Schutz vor eintreffenden iranischen Raketen sucht, hat das ICEJ-Hilfs-Team in den vergangenen Wochen mit Freude Pessach-Geschenke und Lebensmittelgutscheine an Hunderte bedürftiger jüdischer Familien in ganz Israel verteilt. Einige Familien waren sogar überrascht, dass Christen in Kriegszeiten an sie denken. Diese „Feiertagslieferungen“ sind nicht nur eine praktische Hilfe, sondern erinnern die Menschen auch daran, dass sie nicht vergessen sind.

Dank der Unterstützung unserer Spender weltweit wurden etwa 400 israelische Haushalte in Aschkelon, Aschdod, Netanja, Mateh Jehuda, Ma’ale Adumim und anderen Städten kurz vor Pessach mit dieser Hilfe überrascht und ermutigt.

In Aschkelon wurde die ICEJ von Elena empfangen, die vor zehn Jahren aus Belarus nach Israel eingewandert ist. Als alleinerziehende Mutter zieht sie ihren fünfjährigen Sohn groß und arbeitet gleichzeitig als Pflegekraft. Trotz ihren Herausforderungen ist sie darauf bedacht anderen Menschen zu helfen.  Die Pessach-Geschenke haben sie tief berührt – sie reagierte mit einer spontanen, herzlichen Umarmung!

Ganz in der Nähe besuchte das Team Irina und ihre Freundin Marina. Irina, die vor über 20 Jahren aus Kiew nach Israel gezogen ist hat einen Sohn. Obwohl andere Familienmitglieder in der Ukraine geblieben sind, steht sie in engem Kontakt mit ihnen und sorgt sich um ihr Wohlergehen. Das Pessach – Geschenk hat sie daran erinnert, dass sie gesehen und für sie gesorgt wird.

Eine weitere Frau, ebenfalls namens Elena, die seit 7 Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen lebt allein. Sie hat einen Sohn in Sderot. Trotz der täglichen Herausforderungen meistert sie ihren Alltag mit bewundernswerter Stärke und Würde. Elena war sehr daran interessiert, mehr über die schöne Pessach-Karte und das Geschenk zu erfahren, das sie erhalten hat.

Gibt es Menschen, die sich um mich kümmern und während des Krieges aus Jerusalem hierherfahren?“, sagte sie erstaunt. „Das ist keine Selbstverständlichkeit. Vielen Dank!“

Andernorts litt Alla noch unter leichten Beschwerden nach einem Zahnarztbesuch, bestand jedoch darauf, dem Hilfs-Team als Gegenleistung für das Geschenk, einige Pralinen anzubieten.

„Ihr seid Helden“, rief die 95-jährige Holocaust-Überlebende Eva, als sie das ICEJ-Team ankommen sah. „Ihr habt euch getraut hierher zu fahren, während Raketen im ganzen Land fliegen – das beweist euren Mut.“

Eva sagte uns bei einer Tasse Tee, dass der Besuch sie davon ablenkte, sich Sorgen, um ihre Kinder und Enkel zu machen.

„Jeder Tag ist ein Geschenk. Nimm ihn an, denn er wird nicht zurückkommen“, sagte sie. „Das Geschenk, das ihr mir heute gebracht habt, ist nicht nur ein Präsent. Es ist eine von Herzen kommende Box voller Liebe, die wirklich zeigt, wie sehr ihr euch kümmert. Angesichts des zunehmenden Antisemitismus in der Welt wärmt es mein Herz zu wissen, dass wir in der ICEJ Freunde haben, die an unserer Seite stehen und uns unterstützen.“

In Aschdod beschrieb der Sozialarbeiter Ram seine Arbeit als „Mission“. Als Verantwortlicher für 400 Familien erlebt er täglich den wachsenden Bedarf an sozialer Unterstützung. Er schätzt, dass 15 % der Bevölkerung von Aschdod (45.000 von rund 300.000 Einwohnern) staatliche Hilfe erhalten.

„Ohne die ICEJ könnte ich das nicht machen. Wir machen das zusammen.“ Betonte er.

Einer dieser Einwohner ist Rafi.  Er befindet sich in Krebsbehandlung und hat kürzlich seine Mutter verloren. Trotz seiner persönlichen Herausforderungen begrüßte er das Team mit einem strahlenden Lächeln. Selbst als der Bombenalarm den Besuch unterbrach und alle zwei Stockwerke hinunter in den Luftschutzkeller gehen mussten, behielt Rafi seinen Humor und seine Fürsorge für andere bei, erkundigte sich nach den Nachbarn und beruhigte alle. Da das Gebäude keinen Aufzug hat, benutzte Rafi seinen Gehwagen, um die Treppe hinunterzukommen, und scherzte, dass er durch all diese Sirenen schon gute Übung bekommen habe.

„Die Arbeit, der ICEJ – jeder sollte davon erfahren“, sagte Rafi. „Eure Anwesenheit hier ist so wichtig, ebenso wie eure Fürsprache für Israel in den Nationen… Danke, dass ihr hier bei uns seid.“

Bei einer anderen Familie trafen wir Rachel, eine Mutter von sechs Kindern im Alter von acht bis 19 Jahren, die unter beengten Verhältnissen in einer kleinen Wohnung lebt. Sie berichtete von der emotionalen Belastung, ihre Kinder in Kriegszeiten großzuziehen. Beim Betreten der Wohnung sahen wir Matratzen, die das Wohnzimmer füllten. Dem ICEJ-Team wurde berichtet, dass die Kinder dort schlafen, während ihr Vater in seinem eigenen Zimmer schläft und sie und ihr Mann in einem weiteren kleinen Raum übernachten. Mit begrenzten Ressourcen für den Online-Unterricht und einer Tochter in Traumatherapie sind Rachels Tage voller Herausforderungen. Der Besuch des ICEJ-Teams bewegte sie zu Tränen, als sie das Pessach-Geschenk erhielt. Beim Verlassen ermutigte das ICEJ-Personal sie, beim nächsten Sirenengeheul Psalm 121 zu beten – denn Gott wacht tatsächlich über Israel.

Das Team der ICEJ besuchte auch Malka und ihren Ehemann, die vor 20 Jahren aus dem Iran Alija gemacht haben. Vier ihrer sieben Kinder leben in Israel. Doch Malka war zutiefst besorgt, weil drei ihrer Kinder noch in Teheran sind und bisher keine Alija machen konnten. Seit über einem Monat hat sie keinen Kontakt mehr zu ihnen.

Der Besuch der ICEJ war für sie zwar eine kurze Ablenkung, doch ihre Gedanken kehrten immer wieder zu „meine Kinder, meine Kinder“ zurück, wiederholte sie leise. Malka glaubt, dass Gott in schwierigen Zeiten ihre Stärke und Zuflucht ist, und dass dieser Glaube sie trotz der Ungewissheit über die Zukunft ihrer Kinder aufrechterhält.

Auf der Fahrt die Küste hinauf nach Netanja waren die Auswirkungen des Krieges besonders deutlich spürbar. Viele benachteiligte Familien zögern, ihre Häuser zu verlassen, um das örtliche Sozialamt aufzusuchen, und Alleinerziehende stehen zusätzlich vor der Herausforderung, das Homeschooling ihrer Kinder zu bewältigen.

Heidi, eine Sozialarbeiterin, äußerte ihre herzliche Dankbarkeit für das Engagement der ICEJ, die Pessach-Geschenke zu überbringen.

„Danke an die ICEJ für die Pessach Geschenke, inmitten dieser schwierigen Zeit.“ Sagte Heidi.

Es gab weitere Begegnungen mit ähnlichen Geschichten und Schwierigkeiten, aber auch mit Widerstandskraft. In Ma’ale Adumim sprach eine äthiopische Mutter von fünf Kindern namens Malonesh über die Bedeutung von Gemeinschaft für das Überleben. Trotz ihrer eigenen gesundheitlichen Probleme und der Herausforderung  bei Sirenen in ein Nachbargebäude zu fliehen, konzentriert sie sich darauf, anderen zu helfen.

Sie freute sich über das Pessach-Geschenk und beschrieb es als „schön“ -   eine Box mit Olivenöl, Wein und anderen Dingen, dazu eine Geschenkkarte, um Lebensmittel für Pessach zu kaufen.

In der Zeit, in der wir uns an Gottes mächtige Befreiung und seine treue Versorgung in der Wüste erinnern, erinnern die Pessach-Geschenke der ICEJ jede dieser notleidenden jüdischen Familien daran, dass Christen auf der ganzen Welt inmitten von Krieg, Angst und Not an sie denken und sich um sie kümmern.

Werden Sie Teil unserer Bemühungen bedürftigen israelischen Familien Hoffnung und eine bessere Zukunft zu schenken. Spenden Sie noch heute. Vielen Dank!

 

 


Einsatz auf dem "Roten Teppich" - Wahre Liebe für Frauen in Not

„Red Carpet“ hilft gebrochenen Frauen auf den Straßen von Tel Aviv, ihre Würde neu zu finden: Einblicke in einen Arbeitseinsatz für ein Projekt, das uns seit vielen Jahren sehr am Herzen liegt.

Einsatztag

Kaum hat das ICEJ-Team die Schwelle des Red Carpet Centers in Tel Aviv überschritten, ist es schon unermüdlich im Einsatz. Die Christen bereiten Essen zu, falten Kleidung, lackieren Nägel, spülen Geschirr, kochen Tee und verteilen Hygieneartikel. Dazwischen gibt es Zuspruch und ein offenes Ohr für die Sorgen der Frauen. Und am Ende wird noch der Boden gekehrt, ehe sich das Team wieder verabschiedet – bis zum nächsten Einsatztag.

Die ICEJ begann vor einigen Jahren, das Red Carpet Center zu unterstützen, nachdem dessen Gründerin Anat Brenner das Zentrum eröffnet hatte. Der „Rote Teppich“ bietet arbeitslosen und schutzbedürftigen Frauen, die von der grassierenden Obdachlosigkeit und Drogenabhängigkeit im Süden Tel Avivs betroffen sind, praktische Hilfe an. Einige der Frauen, die hier liebevoll aufgenommen werden, haben sich der Prostitution zugewandt – als letzten Ausweg aus der Armut. Das Red Carpet Center bietet ihnen einen sicheren Zufluchtsort mit nahrhaften Mahlzeiten, warmer Kleidung, einem Bett zum Ausruhen und Zugang zu Medikamenten.

First Class Kundinnen

Doch das Red Carpet Center will nicht nur die körperliche Not der Frauen lindern. Was den „Roten Teppich“ von allen anderen Frauenhäusern unterscheidet, ist seine außergewöhnliche Liebe zum Detail. Im Hauptraum steht ein Kleiderständer im Boutique-Stil, an dem sich die Besucherinnen neue Kleidung auswählen können. Die seelisch schwer verletzten und oft gedemütigten Frauen werden wie First Class Kundinnen behandelt. Freiwillige Helferinnen fungieren als persönliche Assistentinnen und Einkaufsberaterinnen und legen die ausgewählten Kleidungsstücke sorgfältig gefaltet in eine Einkaufstasche. In den Duschen warten persönliche Shampoo- und Conditioner-Sets auf jede Besucherin des Centers.

In den Stunden, in denen sie im Center sind, werden die in Not geratenen Frauen verwöhnt und umsorgt, so gut es geht. Als Stammgast Angelique das Center betritt, schickt Anat gleich eine Helferin zum Kühlschrank: „Hol die Himbeerlimonade für Angelique“, bittet sie, „das ist ihre Lieblingssorte.“

Drogen und Prostitution

Solche Gesten mögen klein sein, aber sie verdeutlichen die Würde und Fürsorge, die dieses Zentrum bietet. Und diese Fürsorge wird gerade auch den Frauen entgegengebracht, die jede Würde und Achtung gegen sich selbst verloren zu haben scheinen, Drogensüchtige, Prostituierte, Zerbrochene, die nach dem Dreck der Straße riechen – oder nach Schlimmeren. Jede Frau wird herzlich willkommen geheißen, darf sich ausruhen, neu einkleiden, in einem weichen, sauberen Bett schlafen, ein gutes Essen genießen, duschen und das hauseigene „Schönheitsstudio“ nutzen.

Da das Red Carpet Center auch ein Zufluchtsort vor gewalttätigen Männern ist, wird die Tür streng überwacht. Jede Person, die das Center betritt, wird durch eine Überwachungskamera kontrolliert und identifiziert.

Zärtlichkeit

Manche Frauen huschen nur scheu herein, um Lebensmittel oder Hygieneartikel mitzunehmen. Andere wollen nichts als ein warmes Getränk und einen freundlichen Menschen, der ihnen zuhört.

Die freiwilligen Helferinnen vermitteln den in Not geratenen Frauen mit ihrer Fürsorge ein Gefühl von Wertschätzung und Zärtlichkeit, das viele dieser Frauen zum ersten Mal in ihrem Leben kennenlernen.

 

Verlorene Kinder

„Hey, kann ich einen Pullover haben?“, fragt ein Mädchen Anfang 20 schüchtern.   

„Natürlich“, antwortet die ICEJ-Freiwillige. „Ich schaue mal, was ich in deiner Größe finde.“ Doch dieses Mal gelingt es leider nicht, den bescheidenen Wunsch zu erfüllen. Obwohl die ehrenamtliche Helferin alle Körbe mit Kleiderspenden durchstöbert, findet sie keinen passenden Pullover.

„Tut mir sehr leid, das ist alles, was wir haben“, sagt sie bedauernd. Statt dem Pullover kann sie ihrer „Kundin“ mehrere hübsche Kleider und geblümte Schals anbieten.

Die junge Frau entscheidet sich für eine dünne Kaschmirjacke, lächelt und bedankt sich, glücklich über das neue wärmende und saubere Kleidungsstück.

Herzschmerz Und dann schüttet sie dieser freundlichen Fremden ihr Herz aus. „Wusstest du, dass ich letzte Woche ein Baby bekommen habe?“, sagt sie. „Ich werde meinen kleinen Sohn heute Nachmittag besuchen. Ich möchte nur das Beste für ihn.“

Bei Tee und Mandelkuchen erzählt diese junge Mutter dann noch von weiteren Kindern, die sie geboren hat und die derzeit alle in staatlicher Obhut sind. Denn sie hat keine Wohnung und keine feste Anstellung.

Ruheort Ihr jüngster Sohn kam per Kaiserschnitt zur Welt, bald darauf war sie wieder auf der Straße. Aber nun darf sie sich im Red Carpet Center erholen, an einem sicheren, friedlichen Ort fernab der Straße.

Während eine andere ehrenamtliche Helferin der ICEJ ihr die Haare föhnt, umfassen die Finger der jungen Mutter das Bild ihres kleinen Jungen. Man hat ihr das Foto im Krankenhaus in die Hände gedrückt, als man ihr das Neugeborene abnahm.

Leider ist es nicht möglich, der jungen Frau alle Chancen zu geben, die sie verdient. Aber sie darf erstmals erleben, dass sie wertvoll und wertgeschätzt ist. Bei jedem Hilfseinsatz staunen wir über die großzügige, beständige Liebe und Opferbereitschaft von Anat und dem Team von „Red Carpet“. Sie bieten den schutzbedürftigen Frauen nicht nur einen sicheren Erholungsort und einen Platz zum Ausruhen, sondern helfen ihnen auch, ihren eigenen inneren Wert zu entdecken und machen jeder Frau Mut, sich zu entfalten.

Herzlichen Dank für Ihre Spende!


Spielplatz für junge Terroropfer

Die ICEJ konnte einen Spielplatz finanzieren für die Kinder in Alumim. Der kleine Kibbuz in der Nähe des Gazastreifens wurde am 7. Oktober 2023 angegriffen. Der Spielplatz soll den Kindern ein Stück Normalität und Freude zurückgeben.

 

Traumatisierte Kinder Der Spielplatz ist Teil unserer Initiative zur Unterstützung israelischer Kinder, die durch den anhaltenden Konflikt in der Region traumatisiert sind. Alumim liegt weniger als vier Kilometer von der Grenze zum Gazastreifen entfernt. Seine Mitglieder sind überwiegend orthodoxe Juden – eine Seltenheit, denn die meisten Ortschaften dieser Region sind säkular. Wie alle anderen Orte in dieser Region waren aber auch die Bewohner Alumims während der letzten zwei Jahrzehnte immer wieder Raketenbeschuss und anderen Bedrohungen aus dem Gazastreifen ausgesetzt.

Zwei Tage vor dem 7. Oktober 2023 war Alumim Gastgeber für eine große ICEJ-Delegation. Als die Terroristen aus dem Gazastreifen Israel infiltrierten, wurde der Kibbuz in drei Gruppen von Terroristen überfallen. 15 Kibbuz-Mitgliedern gelang es, die rund 80 Terroristen abzuwehren. Dennoch gelang es der Hamas, in Alumim 12 thailändische Landarbeiter und zehn nepalesische Landwirtschaftsstudenten zu ermorden. Ein nepalesischer Landarbeiter wird noch immer als Geisel im Gazastreifen festgehalten.

Spiel-Therapie Trotz des Angriffs sind inzwischen etwa 85 Prozent der Kibbuzbewohner in ihre Häuser zurückgekehrt. Als Reaktion auf die traumatischen Erlebnisse hat Tamir Idan, Bürgermeister der Region Sadot Negev, eine Initiative zur Einrichtung therapeutischer Spielplätze (Gymborees) für die Kinder der Region gestartet. Das Gymboree in Alumim soll die Kinder bei der Verarbeitung ihrer Traumata durch professionelle Therapeuten unterstützen. Der Spielbereich ist mit einer großen Bibliothek verbunden und wird sieben Tage in der Woche zugänglich sein.

Jannie Tolhoek von der Sozialabteilung der ICEJ bekundete gegenüber den Mitgliedern des Kibbuz die Hoffnung, dass diese Spielplatz ein Ort der Heilung und Freude für die Kinder und ihre Familien sein möge. Chani, eine Lehrerin und Leiterin des Zentrums, bedankte sich für die Unterstützung und erklärte, sie wisse, „dass sie von Herzen kommt. Wir sehen eure Fürsorge für Israel nicht als selbstverständlich an.“

Neben dem Gymboree hat die ICEJ Schutzbunker, Brandbekämpfungsausrüstung, Funkgeräte, Ausrüstung für Sanitäter übergeben und außerdem Gruppentraumatherapien für Notfallhelfer organisiert. Damit soll den am stärksten betroffenen Opfern der Gewalt bei der Heilung und beim Wiederaufbau ihres Lebens zu helfen.

Bilder im Kopf Nitai, ein Ersthelfer aus Alumim, berichtete, was er am 7. Oktober erlebt hat. Er erinnert sich an das Chaos und die Angst an diesem Tag. „Wenn wir die Waffen niederlegen, werden wir alle getötet. Wenn sie die Waffen niederlegen, wird es Frieden geben“, fasste er die Situation und Notwendigkeit zum Kampf zusammen. Um die Bilder vom 7. Oktober zu bewältigen, hat Nitai zu laufen begonnen – exzessiv. Im November 2024 lief er den New York City Marathon.

Bitte unterstützen Sie die Arbeit der ICEJ für Familien und Kinder. Bitte als Verwendungszweck "Israel in Not" auswählen. 


Frau und Kinder in der Bauruine

Eli* starb als Held. Der Ortspolizist gehörte zu den mindestens 70 Sicherheitskräften und Zivilisten, die beim Kampf um Sderot am 7. Oktober ums Leben kamen. Der Familienvater hinterließ Frau und Kinder – und ein kaum bewohnbares Haus.

Opfermut Während sich die Zivilisten in Sicherheit brachten, stellte sich Eli* am Morgen des Terrorangriffs in Sderot dem brutalen Ansturm der Terroristen entgegen. Der schnelle und selbstlose Einsatz des Polizisten und seiner Kameraden stoppte den Vormarsch der Hamas, der Mut der Verteidiger rettete hunderten Israelis das Leben.

Vor dem Terroranschlag hatte Eli mit der Renovierung seines Hauses begonnen – der Hobby-Handwerker wollte die bescheidene ältere Immobilie in ein gemütliches Zuhause für seine Familie verwandeln. Das Dach musste dringend abgedichtet werden, die Elektronik war unsicher, Küche und Bad heruntergekommen. Das Haus glich einer Baustelle.

Schnelle Renovierung Als die ICEJ von der trauernden Familie in der Bauruine erfuhr, setzte unser Hilfsteam alles in Bewegung, um Elis Familie zu helfen. In Zusammenarbeit mit örtlichen israelischen Handwerkern übernahmen wir die Reparaturarbeiten und brachten zu Ende, was der Vater begonnen hatte. „Das ist das Mindestes, was ich für diese Familie tun kann“, kommentierte Gabi Nachmani, einer der Handwerker, den wir als Fachmann für den schnellen Hilfseinsatzes mobilisieren konnten.

*Name geändert, um die Privatsphäre der Familie zu schützen.

Bitte unterstützen Sie solche Nothilfe Projekte. Herzlichen Dank!.


Bildung gegen Armut

Die drusische Minderheit ist Israel treu ergeben. Viele junge Drusen dienen freiwillig in Kampftruppen der israelischen Armee. Doch Armut ist ein großes Problem in den drusischen Gemeinden. Die ICEJ unterstützt deshalb ihre schulische Bildung. Ein Vor-Ort-Besuch.

Abgelegen

Mühsam kämpft sich der schwere Reisebus im Bergland voran. Schmale und steile Straßen winden sich durch verschlafene Dörfer. Erstaunt schauen einige Einheimische dem modernen Reisebus hinterher, in dem die Teilnehmer der ICEJ-Projektreise unterwegs sind. Nur sehr selten verirren sich Fremde in diesen abgelegenen Teil Galiläas. Auf den steinigen Hügeln wachsen krumme Olivenbäume und dazwischen rupfen ein paar magere Pferde am kurzen Gras. Die Region ist arm.

Kisra Sumai ist das Ziel der Reisegruppe, ein 9.000 Einwohner kleiner drusischer Ort ganz im Norden Israels, kaum fünf Kilometer von der Grenze zum Libanon entfernt. Hier unterstützt die ICEJ zwei Schulen.

Loyal und furchtlos

Rund 145.000 Drusen leben in Israel – die drittgrößte Drusengemeinschaft der Welt. Die arabischsprachige Minderheit steht kompromisslos zu Israel. Viele bekleiden hohe Posten in der Armee oder bei der Grenzpolizei und sind bereit, für Israel ihr Leben zu opfern. Sie verstehen sich als Araber, jedoch nicht als Muslime. Die Drusen spalteten sich vor rund tausend Jahren in Ägypten vom Islam ab, gründeten eine eigene Geheimreligion und sind seither immer wieder islamistisch-motivierter Verfolgung ausgesetzt. Sie betrachten Jitro, den Schwiegervater des Mose, als Gründer und Hauptpropheten ihrer Religion. Auf der Flucht vor Pogromen zogen sie sich ins Bergland zurück. Von der israelischen Regierung wurden die Drusen 1957 als eigenständige Religionsgemeinschaft anerkannt.

Die ICEJ fördert die schulische Bildung der Gemeinschaft, um ihre beruflichen und sozialen Chancen zu verbessern. „2022 haben wir 160 Stipendien vergeben“, berichtet Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidentin für Alijah & Soziales, während die Reisegruppe von Schülern und Lehrern in der weiterführenden Schule „Amal Alojodan“ mit Tee, Mokka und Gebäck begrüßt wird. Hier finanzierte die ICEJ die Einrichtung eines Lehrerzimmers. Zuvor gab es für die Pädagogen keinen solchen Rückzugsraum. Durch die bessere Vorbereitungsmöglichkeit erhöht sich die Qualität des Unterrichts. „Sei so gut, dass sie dich nicht ignorieren können“, lautet das Motto der Schule. Es prangt in drei Sprachen, Hebräisch, Arabisch und Englisch, auf einem Banner, das quer über den Schulhof gespannt ist.

Neues Selbstbewusstsein

In der Grundschule von Kisran finanzierte die ICEJ die Einrichtung eines Musikraums und Instrumente. Die meisten Schüler in Kisra Sumai stammen aus einkommensschwachen Familien. Der Musikunterricht soll den sozial benachteiligten Kindern helfen, musikalische Gaben zu entfalten, Selbstbewusstsein zu entwickeln, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen und ihre freie Zeit sinnvoll zu nutzen. „Sie sollen Erfolge erleben und lernen, an sich zu glauben“, erklärt Schuldirektor Sakar Shakur die Idee dahinter.

Ohne die Musikinstrumente der ICEJ hätten die meisten der 351 Grundschüler keine Möglichkeit, ein Instrument zu lernen. Jetzt steht zweimal pro Woche Musikunterricht auf dem Stundenplan. Und der Musikraum dient der Grundschule bei Raketenangriffen zugleich als Schutzraum – hier sind die Wände besonders dick. 

Freude über Besucher

Die Kinder zeigen, was sie bereits gelernt haben. Ein bisschen schüchtern anfangs, dann aber mit wachsender Begeisterung wird für die Besuchergruppe gesungen, gegeigt, am E-Piano gespielt und getrommelt. Man sieht den Kindern an, wie stolz sie sind, dass Gäste aus Europa anreisen, um sie musizieren zu hören.

„Eure Großzügigkeit erlaubt unseren Kindern, ihre verborgenen Talente zu entdecken“, bedankte sich der Schuldirektor bei der Reisegruppe der ICEJ: „Ihr habt Licht und Liebe in unsere Schule gebracht!“