In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) mehr als 1.400 Angehörigen des Stammes der Bnei Menashe im Nordosten Indiens bei der Einwanderung nach Israel geholfen, darunter 100 Neuankömmlinge in diesem Frühjahr. Wir freuen uns bekanntzugeben, dass die ICEJ in Partnerschaft mit der Jewish Agency for Israel Teil der nächsten Gruppe von 600 Bnei Menashe sein wird, die im November auf drei Flügen nach Israel einreisen sollen.
Dies ist eine der außergewöhnlichsten Heimkehrgeschichten Israels. Die Bnei Menashe(„Kinder Manasse‘s“) führen ihre Abstammung auf einen der zehn nördlichen Stämme Israels zurück, die 722 v. Chr. von den Assyrern ins Exil geführt wurden. Nach einer 2.700 Jahre langen Reise nähert sich ihre Zeit im Exil nun dem Ende zu.
In Sihphir, einem Dorf in den grünen Hügeln Nordostindiens, werden jeden Freitagabend Kerzen angezündet, und Gebete in hebräisch gesprochen. Eine kleine Synagoge, deren Tür mit einer Menora gekennzeichnet ist, füllt sich mit Männern, die in einen Tallit gehüllt sind. Die Frauen sitzen auf der anderen Seite eines Vorhangs. Durch der langen Wanderung durch Zentralasien bis in die abgelegenen Bergregionen Indiens und Myanmars hielten die Bnei Menashe an ihrem israelischen Erbe fest. Ihre Rückkehr nach Israel begann schließlich in der Neuzeit, als Israels sephardischer Oberrabbiner sie im Jahr 2005 als „Söhne Israels“ anerkannte. Seitdem kehren sie – Familie für Familie – in ihre Heimat zurück.
Im November 2025 genehmigte die israelische Regierung die Operation „Wings of Dawn“, die die gesamte verbliebene Gemeinschaft von rund 5.800 Menschen bis zum Jahr 2030 nach Israel bringen wird. Die Durchführung des Programms liegt in den Händen der Jewish Agency for Israel.
Die Mission trägt ihren Namen gemäß Psalm 139,9, der daran erinnert, dass Gottes Gegenwart selbst bis in den äußersten Osten reicht, dort, wo die Morgenröte ihren Anfang nimmt.
Diese Alijah ist zugleich eine Rettungsaktion. Die ethnischen Konflikte zwischen rivalisierenden Volksgruppen im indischen Bundesstaat Manipur haben auch die Bnei Menashe getroffen. Synagogen und Wohnhäuser wurden niedergebrannt, und mehr als 2.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Die Krise hat der Aufgabe, die verbliebenen Bnei Menashe nach Israel zu bringen, neue Dringlichkeit verliehen.
Auf jedem Sitzplatz der Flüge im kommenden November werden Mitglieder von Bnei-Menashe-Familien sitzen, die sich nach Zion sehnen. Hier sind die Geschichten von drei solcher Familien:
Die Familie Hnamte
Simeon Hnamte ist 34 Jahre alt, und sein ganzes Leben steuert auf diesen Moment zu, der in diesem Jahr Wirklichkeit werden wird. Seine Großeltern halfen vor mehr als drei Jahrzehnten beim Aufbau der Gemeinschaft in Sihphir. Das Einhalten des Schabbat in einem Mizo-Dorf bedeutete, sich den Nachbarn erklären zu müssen. Seine Großmutter Malka zog vor mehr als zwanzig Jahren nach Kiryat Arba in Judäa. Seine Tante Dina lebt seit 2006 in Afula im Galiläa, und seine Mutter Devorah, 62 Jahre alt, steht bereits auf der Passagierliste für eine Gruppe in diesem Herbst.
Simeon dient der Gemeinschaft als Chazzan (Kantor) und repariert beschädigte Samsung- und Xiaomi-Handys, um für seine Frau Rivka und ihre drei Söhne zu sorgen: Yehuda (10), Aviram (8) und Osher (4). Ihre Unterlagen sind in den letzten Zügen zur Einreisegenehmigung. Osher, der Jüngste, hat besondere Bedürfnisse, die in Israel angemessen betreut werden können.
Die Familie Pachuau
Im Jahr 2006 erhielt Yehoshua Pachuau im Alter von 27 Jahren eine Brit Milah (Beschneidungszeremonie). Im selben Jahr wanderten seine Brüder Menakhem und Gerson nach Galiläa aus, wo sie bis heute leben. Yehoshua blieb zurück, heiratete Leah und zog vier Kinder groß: Eitan (21), Leah (19), BatSheva (16) und Naomi (7).
Er bewirtschaftet das Land, das ihm zur Verfügung steht, und nimmt Gelegenheitsarbeiten als Tagelöhner an, wann immer sich eine Möglichkeit bietet – manchmal ist er dafür mehrere Tage weit weg von zu Hause. Trotz allem hält er den Schabbat und isst koscher. Einige seiner Passdaten müssen noch geklärt werden. Die Familie hat die ersten Gruppen verpasst und betet nun, bei der nächsten dabei sein zu können.
Die Familie Ralte
Itzhak Ralte hat seine Schwester Rina seit fast dreißig Jahren nicht mehr gesehen. Im Jahr 1998, als er 18 Jahre alt war, war sie bereits nach Israel ausgewandert. Er heiratete Zelda, die einen Gemüsestand auf dem Markt betreibt, und sie bekamen Ruth (19), Reuben (17) und Yolina (10).
Itzhak verdient seinen Lebensunterhalt als Busfahrer. Seine Nichten und Neffen in Israel sind inzwischen erwachsene Menschen, die er noch nie getroffen hat. Er hofft, dass sich das noch vor Ende dieses Jahres ändern wird.
Seine Tochter Ruth träumt davon, Pilotin zu werden, obwohl sie noch nie in einem Flugzeug gesessen hat – denn sie weiß, dass Frauen in Israel fliegen können.
Was Sie tun können
Diese drei Familien gehören zu einer größeren Gruppe, die sich darauf vorbereitet, in nur wenigen Monaten Alijah zu machen. Die Kosten, um sie nach Hause zu bringen, umfassen mehrere Flüge von Nordostindien nach Tel Aviv, die Bearbeitung von Dokumenten und die Koordination mit Behörden, Unterstützung bei der Ankunft, Hebräischkursen, sowie Hilfe bei der Wohnungssuche.
Ihre Spende zur Unterstützung der Mission „Wings of Dawn“ trägt dazu bei, diese Familien und viele weitere nach Israel zu bringen. Nun kennen Sie ihre Namen: Simeon und Rivka, Yehoshua und Leah, Itzhak und Zelda. Im November wird ihr langes Warten auf die Rückkehr nach Zion ein Ende haben.
Eine Spende an den Alijah- und Integrationsfonds der ICEJ hilft diesen und anderen Familien dabei, einen erfolgreichen Start im Land Israel zu ermöglichen. Vielen Dank für Ihre Spende.
