Sonnenbad am Strand - Neues aus unserem Haifa-Heim für Holocaustüberlebende

Es gab viel zu tun und viel zu feiern in den letzten Wochen. Außerdem empfingen wir verschiedene Besuchergruppen, davon gleich mehrere aus Deutschland. Im Haifa-Heim wird es nie langweilig.

Segen von oben

Die drückende Sommerhitze ist verschwunden, die letzten Wochen waren angenehm kühl. Hin und wieder regnet es – dieser „Segen von oben“ ist sehr willkommen. Als Mitte Dezember Chanukka näher rückte, waren die christlichen Helfer unseres Haifa-Heims damit beschäftigt, Chanukka-Geschenke für die Bewohner und unsere israelischen Mitarbeiter vorzubereiten.

Veränderung der Umgebung ist für unsere Bewohner immer gut. Deshalb fand einer unserer letzten Gymnastikkurse am Strand statt. „Wunderbar“, sagte Haya, als sie den Wind durch ihr Haar wehen spürte.

Gymnastik am Strand

Auf den Stühlen sitzend, die das ICEJ-Team mitgebracht hatte, bewegten unsere Senioren unter Anleitung unserer Physiotherapeutin Simcha fröhlich ihre Hände und Arme. Die Bewegung, der Blick auf das Meer und die Brise vom Ozean sorgten für tiefe Glücksmomente.

Ganz in der Nähe befand sich ein neu eingeweihtes Denkmal für die Haim Arlozorov, ein Schiff, das nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fast 1.400 Holocaustüberlebende aus Europa nach Haifa brachte. Bis die britische Marine das Schiff 1947 vor der Küste von Haifa kaperte, die Holocaustüberlebenden auf andere Boote zwang und in das britische Internierungslager auf Zypern brachte. Bis heute liegen die Überreste des versenkten Schiffes etwa 70 Meter vor der Küste von Haifa.

Gekaperte Schiffe

Im selben Jahr kam unsere Heimbewohnerin Zelda, heute 97 Jahre alt, mit dem Schiff aus Europa, nachdem sie den Holocaust überlebt hatte. Auch ihr Schiff wurde von den Briten gekapert. Zelda und ihr Bruder wurden zusammen mit allen anderen jungen Menschen an Bord in ein Internierungslager auf Zypern gebracht.

Viele unserer Holocaustüberlebenden kamen per Boot nach Israel und landeten in Haifa, weshalb dieser Ort, an dem wir die Gymnastikstunde abhielten, für unsere Bewohner eine besondere Bedeutung hat.

Sonnenuntergang

Am späten Nachmittag spazierten wir noch mit vier Bewohnern entlang der neuen Promenade zur Gedenkstätte der Haim Arlozorov. Wieder wurden Erinnerungen ausgetauscht. Anschließend ließ sich die Gruppe auf einer Bank mit Blick auf das Meer nieder. Bei Tee und Keksen genossen alle die frische Brise und den farbenfrohen Sonnenuntergang über dem Mittelmeer. Die Atmosphäre war fröhlich und entspannt.

 „Ich habe es genossen!“, kommentierte Etta zum Abschied und Fanny ergänzte: „Das können wir wieder machen!“ Das werden wir.

Junger Besuch

Wenn ausländische christliche Jugendliche das Haifa Home besuchen, erfüllt das unsere Senioren mit besonderer Begeisterung. Deshalb war die Freude groß, als kürzlich mehrmals deutsche Jugendliche zu Besuch kamen. „Diese jungen Menschen machen mir viel Mut“, versicherte einer unserer Bewohner. „Wir sehen in der Welt nur antiisraelische Proteste in den Nachrichten, und dann sehen wir junge Menschen aus Deutschland, die sich für Israel einsetzen und uns sogar besuchen. Das gibt Hoffnung.“ Den Senioren war auch bewusst, dass es Mut kostet, trotz Kriegsgefahr nach Israel zu reisen.

Die Jugendlichen waren sehr froh, dass sie gekommen waren. So konnten sie mit eigenen Augen sehen, wie das Leben in Israel wirklich ist.

Streichelstunde

„Ich habe davon geträumt, wieder Hunde zu streicheln, und heute ist mein Traum wahr geworden“, sagte Sonja, die vor 42 Monaten mit ihrem Mann aus der Ukraine nach Israel gekommen war. Gleich drei liebenswerten Hunde ließen sich gerne von ihr streicheln. Unsere Senioren Arnold und Boris hingegen wagten es sogar, Schlangen anzufassen und zu tragen.

Oded, der Leiter des Streichelzoos, lud uns ein, wiederzukommen. Noch dem sehr positiven Erfahrungen wollen wir nun öfter mit Bewohnern zu Besuch kommen. Odeds Vater, ein Nobelpreisträger für Chemie, finanziert dieses ganz besondere Projekt, das unter anderem regelmäßig Kinder mit Behinderungen empfängt und ihnen hilft, Ängste zu überwinden und den Umgang mit Tieren zu lernen. Das stärkt ihr Selbstwertgefühl und ihr Vertrauen in die Welt.

 

Im Namen aller Holocaustüberlebenden unseres Haifa-Heims danken wir Ihnen, liebe ICEJ-Freunde, für Ihre Gebete, Spenden oder Besuche 2025, die dazu beigetragen haben, unseren Bewohnern einen schönen Lebensabend in Würde zu ermöglichen.


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