Hilfe für traumatisierte Kinder in Schilo

Trauma-Arbeit unter Kindern in Schilo

Besonders bewegt war eine ICEJ-Reisegruppe von dem Besuch eines Trauma-Zentrums mit angeschlossener Schule in Schilo im Westjordanland (Samaria). Wir durften sehen und hören, wie sehr die unter den jahrelangen Terrorattacken leidenden Kinder bestmöglich betreut werden.

Terror überlebt

David Rubin, der ehemalige Bürgermeister von Schilo, empfing unsere Gruppe an einem regnerischen Tag in der Synagoge von Schilo. Dort erzählte er uns auf sehr eindringliche Weise seine eigene Geschichte. Als er mit seinem dreijährigen Sohn im Dezember 2001 auf der Rückfahrt von Jerusalem nach Schilo waren, feuerten palästinensische Terroristen auf sein Auto, das inmitten des Kugelhagels stehenblieb. David war am Bein verletzt, sein kleiner Sohn wurde im Genick getroffen, atmete aber noch. Verzweifelt versuchte David das Auto zu starten, das wie durch ein Wunder endlich ansprang. David schaffte es irgendwie, schnell zu einem Krankenhaus zu fahren. „Gott hat mir seinen Engel gesandt“, sagte er. Zwei Jahre lang folgten für ihn und seinen Sohn Operationen, Arztbesuche und die therapeutische Behandlung der posttraumatischen Folgen des Terroranschlags. Nach diesem schlimmen Erlebnis gründete David das Trauma-Zentrum in Schilo. „Die Geschichte von David Rubin ist einfach ein einziges Wunder: dass sein Sohn nicht gestorben ist, weil die Kugel einen wichtigen Nervenstrang im Nacken um einen Millimeter verpasst hat, und dass David nach so einem schlimmen Anschlag trotzdem noch an Gott glaubt“, sagte Daniel Walter (15) beeindruckt.

Besonderer Schulbesuch

David nahm uns mit hinüber in die Schule, deren gesamter Lehrplan mit therapeutischen und spielerischen Maßnahmen durchzogen ist, um die seelische Widerstandskraft der Schüler zu stärken und ihnen zu helfen, ihr Trauma zu überwinden – ohne, dass es ihnen bewusst ist. Die Schule hat beispielsweise einen Streichelzoo, in dem die Kinder für die Tiere sorgen und lernen, Verantwortung für sie zu übernehmen. Da es eine orthodoxe jüdische Schule ist, werden Jungen und Mädchen getrennt unterrichtet. Trotz ihrer Traumatisierung durch die jahrelange Terrorbedrohung begegneten uns die Schüler und Schülerinnen freudig und ausgelassen. „Die Kinder haben mein Herz berührt. Ich war positiv überrascht, dass sie viel besser drauf waren, als erwartet“, sagte Rainer Schering. Während die Jungen auf dem Schulhof Fußball spielten, machten die Mädchen eine Polonaise durch den Schulflur. „Ich habe mit den Kindern Fußball gespielt“, freute sich Bernd Schieritz. Eine Jungenklasse demonstrierte, wie hier der Thora-Unterricht aussieht: Ganze Kapitel werden auswendig gelernt und vorgesungen. „Der Tag beginnt mit Lobpreis und Bibelunterricht, dann kommt der Unterrichtsstoff. Die Gewichtung finde ich schön“, sagte Konstanze Hauser. „Mich bewegt auch der geistliche Aspekt, ihre klare biblische Sicht für die Arbeit. Die Kinder sind lebendig, geprägt vom Terror und dem Erlebten, aber sehr lebendig.“ Ute Strohm ergänzte: „Ich will für die Kinder im Trauma-Zentrum beten, denn sie sind die Zukunft Israels.“

Bitte helfen Sie uns, die wichtige Arbeit für traumatisierte Kinder zu unterstützen. Sie können das ganz einfach und effektiv mit einer Projektpatenschaft für bedürftige Familien und Kinder in Israel tun, herzlichen Dank!


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