Deutsche Besucher bei Naomi

Holocaust-Überlebende erzählen

Besonders gesegnet war der Besuch einer ICEJ-Reisegruppe im Haifa-Heim der ICEJ für Holocaustüberlebende. Wir werden nicht mehr lange die Gelegenheit haben, sie zu besuchen und ihre Geschichten zu hören. Die rund 70 hochbetagten Bewohner werden im Haifa-Heim liebevoll umsorgt. Der Besuch von Christen aus aller Welt ist eine besondere Freude für sie.

Danke, dass ihr da seid!

„Danke, dass ihr gekommen seid, und auch für alles, was ihr für die Holocaustüberlebenden tut“, bedankte sich Haifa-Heim Direktor Schimon Sabag bei den Besuchern. „Es berührt viele Israelis, die Bewohner, ihre Familien und andere Besucher, wenn sie sehen, dass Christen Holocaustüberlebenden helfen - vor allem aus Deutschland.“ Yudit Setz, ICEJ-Koordinatorin für das Haifa-Heim, sagte: „Wenn Christen und Juden zusammenarbeiten, gibt das Israel Hoffnung, sagt Schimon immer. Wir haben ein wunderbares Team und kümmern uns mit viel Liebe um die Holocaustüberlebenden.“

Besondere Besuche

In kleinen Gruppen durften wir einige Holocaustüberlebende in ihren Wohnungen besuchen. Freudig und aufgeregt hießen sie uns willkommen. Tief bewegt lauschten die Besucher ihren Erzählungen. „Esti sagte, sie könne nicht mehr an Gott glauben, nach allem was war. Ich werde für sie beten“, erzählte Monika Ruhland. Esti musste als Fünfjährige mit ansehen, wie ihre Mutter von deutschen Soldaten erschossen wurde. „Dieses extreme Leid, wofür wir keine Worte finden, macht mich traurig“, sagte Naomi Schäfer bewegt. „Es war so eine Ehre, Esti besuchen zu dürfen.“ Andere Überlebende halten an ihrem Glauben fest. „Sarah sagte mehrmals, dass sie überlebt hat und nicht in ein Konzentrationslager musste, sei ein Wunder“, erinnerte sich Ruth Gulde.

Naomis Geschichte

Die 86-jährige Naomi lebt seit fast fünf Jahren im Haifa-Heim. Sie wurde 1934 in Rumänien geboren. Mit sieben Jahren musste sie mit ihrer Familie in ein Ghetto. Während der Vater ein Arbeitslager überlebte, durfte der Rest der Familie nach drei Monaten zurück nach Hause. Doch auch das war gefährlich. „Eines Tages hämmerten zwei SS-Soldaten in Begleitung von Ukrainern mit Pistolen an unsere Wohnungstür. Sie drangen ein und bedrohten uns. Mein Großvater sagte auf Deutsch: ‚Mein Herr, nehmen sie mein Leben, lassen Sie meine Kinder leben.‘ Dann geschah das Wunder: sie sind gegangen“, erinnerte sich Naomi. „Bis die Russen Ende 1944 kamen, konnten wir uns bei einem christlichen Paar verstecken. Gott sei Dank sind wir am Leben geblieben.“ Als 1948 der Staat Israel ausgerufen wurde, war Naomi überglücklich. „ ‚Wir haben ein Land!‘, sagte ich meinen Eltern. Da antwortete mein Vater: ‚Wir gehen alle nach Israel!‘ Und 1950 haben wir das gemacht.“ Letztes Jahr starb Naomis Mann. Doch die Gemeinschaft im Haifa-Heim und die liebevolle Fürsorge auch der jungen deutschen Helfer gibt ihr Kraft und Trost. Ihre Familie, 2 Kinder, 4 Enkel und 7 Urenkel, kümmern sich ebenfalls liebevoll um sie.

Bitte helfen Sie uns, den Holocaustüberlebenden im Haifa-Heim ein gutes Leben in Gemeinschaft zu ermöglichen. Sie können das ganz einfach und effektiv auch mit einer Projektpatenschaft tun. Herzlichen Dank!


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