Erweiterung des Haifa-Heimes

Erweiterung des Haifa-Heimes
Helfen Sie uns, ein weiteres Gebäude zu kaufen!

Von Dr. Jürgen Bühler, Präsident der ICEJ in Jerusalem

Die Holocaust-Überlebenden in unserem Heim in Haifa haben dort einen Ort gefunden, der ihren Wunden ein Stück Heilung bringt. Einige von ihnen sagen sogar, dass ihre Zeit dort zu den besten ihres ganzen Lebens zählt. Als wir das Projekt 2010 begannen, fragte ich mich ernsthaft, wie das alles funktionieren sollte. Wir ließen mehrere traumatisierte Menschen gemeinsam unter einem Dach wohnen. Sie hatten immer noch mit Albträumen und Rückblenden aus den Konzentrationslagern zu kämpfen oder mit traumatischen Erfahrungen während der Zeit der Nazi-Besatzung in Russland.

Doch heute bin ich jedes Mal von freudiger Erwartung erfüllt, wenn ich unser Heim für Holocaust-Überlebende besuche. Es ist tatsächlich zu einem Ort der Heilung und der Freude geworden! Immer, wenn ich die Bewohner singen höre oder sogar tanzen sehe, wird mir bewusst, dass ich gerade ein Wunder erlebe. Ich hätte das nie für möglich gehalten! Dann erinnere mich an die Verse aus dem Propheten Jesaja: „Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden… zu schaffen den Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer, schöne Kleider statt eines betrübten Geistes gegeben werden,…“ (Jesaja 61,1-3)

Allerdings ist unsere Einrichtung in Haifa komplett belegt und es gibt eine lange Warteliste. Daher ist die Zeit gekommen, das Heim zu erweitern. Wir wollen noch ein Gebäude hinzufügen, in dem weitere Überlebende ein Zuhause finden können. Bitte helfen Sie uns, ein Haus in der Nähe der bestehenden Gebäude zu kaufen und zu renovieren.

Bitte unterstützen Sie uns in diesem wichtigen Projekt. Die Zeit, in der wir diese verletzten Menschen noch segnen können, läuft ab. Jeden Tag werden es weniger. Das Haifa-Heim bietet eine wunderbare Möglichkeit, ihnen an ihrem Lebensabend noch etwas Gutes zu tun.

 

Ein neues Gebäude

Intensiv-Pflege rund um die Uhr

Holocaust-Überlebende, die während des Zweiten Weltkrieges Kinder oder Jugendliche waren, haben mittlerweile ein hohes Alter erreicht. Für uns ist es die letzte Chance, ihnen etwas Gutes zu tun, deren Dasein unter so notvollen und grausamen Umständen begann. Am Anfang ihres Lebens war niemand für sie da, doch wir können jetzt einen Unterschied machen und dafür sorgen, dass sie auf ihrer letzten Wegstrecke Liebe und Unterstützung erfahren. Das Haifa-Heim für Holocaust-Überlebende bietet eine wunderbare Möglichkeit, diese Liebe ganz praktisch werden zu lassen.

Die wachsende Zahl der Bewohner in hohem Alter macht es erforderlich, dass wir unser Heim erweitern. Sie brauchen eine besondere Einrichtung in der Nähe der bestehenden Gebäude, in der sie rund um die Uhr intensiv gepflegt werden können. Ein neues Gebäude würde zudem sicherstellen, dass sie nicht aus ihrer gewohnten Umgebung und Gemeinschaft herausgerissen werden. Ihre Freunde und früheren Mitbewohner könnten sie problemlos zu Fuß besuchen. Schon jetzt gibt es mehrere Senioren in unserem bestehenden Heim, die von einer solchen neuen Einrichtung sehr profitieren würden. Wir haben keine Zeit zu verlieren.

Schoschanna Kolmer

Schoschanna Kolmer (98) wurde als Tochter eines wohlhabenden jüdischen Kaufmannes in Mukatschewe (in der heutigen Ukraine) geboren. Bevor der Krieg ausbrach, ging es der Familie sehr gut. Nach Kriegsausbruch verschlechterte sich ihre Lage dramatisch. Juden wurden an den Rand der Gesellschaft gedrängt, die Nazis verhängten Ausgangssperren. Schoschannas Eltern, Schwestern und ihre Großmutter wurden 1944 in das Ghetto von Mukatschew gebracht. Schoschanna gelang die Flucht, sie wurde jedoch schließlich festgenommen und im März 1944 nach Auschwitz deportiert.

Dort durchlitt sie unvorstellbare Grausamkeiten und überlebte eine Todesmarsch, bevor sie am 2. Mai 1945 schließlich von der Roten Armee befreit wurde. Schoschannas Zustand war erbärmlich, sie hatte Läuse, Lungenentzündung und Typhus. Doch trotz aller Widrigkeiten und dem Verlust vieler Angehöriger gelang es ihr, nach Israel auszuwandern und eine eigene Familie zu gründen. Seit 2013 lebt sie im Haifa-Heim für Holocaust-Überlebende. Dort zog sie mit ihrem geistig behinderten Sohn ein, für den sie ihr ganzes Leben lang gesorgt hatte. Sie war sehr glücklich, dass auch er dort Aufnahme fand. Mittlerweile ist Schoschanna 98 Jahre alt und benötigt selbst intensivere Pflege.

Bitte helfen Sie mit einer Projekt-Patenschaft, dass Schoschanna und andere hochbetagte Bewohner unseres Haifa-Heimes auch weiterhin liebevoll und fachgerecht versorgt werden können.


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