Einwanderung aus GUS-Staaten steigt weiter an

Einwanderung aus GUS-Staaten steigt weiter an

Neue Alijah-Welle inmitten politischer Umwälzungen

 

Von Howard Flower und Lisa Schmid

Die jüdische Einwanderung (hebräisch Alijah) aus den GUS-Staaten nach Israel steigt immer weiter an. Mehr als die Hälfte aller jüdischen Neueinwanderer (58 Prozent) kam 2017 aus der ehemaligen Sowjetunion, das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit Anfang der 1980er Jahre hilft die ICEJ Juden aus den GUS-Staaten, in ihr verheißenes Land Israel auszuwandern. Eine unsichere und teilweise bedrohlich wirkende politische Lage sowie eine schwere Wirtschaftskrise bewegen immer mehr Juden, ihre Heimat Richtung Israel zu verlassen.

Bitte helfen Sie uns, diese Menschen bei ihrer Heimkehr in das Land ihrer Vorväter zu unterstützen! Die ICEJ finanziert u.a. Vorbereitungsseminare sowie Extra-Gepäck für ausreisewillige Familien. Wir sorgen auch für Transportmittel und Unterbringung auf dem Weg zum Flughafen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah“ angeben. Herzlichen Dank!

Säbelrasseln und Währungsverfall

Das größte militärische Ereignis auf dem europäischen Kontinent beschränkte sich letztes Jahr glücklicherweise auf Militärmanöver und Säbelrasseln. Argwöhnisch beäugten sich Soldaten der NATO und Russlands, die sich im September an der NATO-Ostgrenze gegenüberstanden. Sie trennt Polen und Litauen von Weißrussland. Ausmaß, Umfang und Signalwirkung der russischen Sapad-Übung (Sapad = Westen) verschärften die Spannungen zwischen dem transatlantischen Bündnis und Moskau. Die Bedrohung wirkte sehr real, insbesondere für die drei baltischen Staaten und Polen. Auch in Russland selbst fürchten viele Menschen, dass es zum Krieg kommen könnte. Im Inneren hat Russland immer noch mit einer massiven Wirtschaftskrise zu kämpfen. Aufgrund fallender Ölpreise verlor der Rubel 2014 die Hälfte seines Wertes. Die Krise wirkte sich zuallererst auf die russischen Fluglinien aus. Flüge nach Israel wurden 2015 problematisch, mehrere russische Fluglinien standen vor dem Bankrott.

ICEJ hilft vielfältig

Die ICEJ reagierte darauf mit einer Intensivierung ihrer Reiserouten durch Finnland. Jüdische Neueinwanderer aus der GUS, die nach Israel ausreisen wollen, können dank der Unterstützung der Christlichen Botschaft per Bus durch Finnland bis nach Helsinki gebracht werden. Von dort aus fliegen sie dann mit Finnair nach Israel. Für ältere Menschen, die durch den Wertverlust des Rubels die Hälfte ihrer Ersparnisse einbüßten, waren die Auswirkungen der Wirtschaftskrise besonders verheerend. Die ICEJ initiierte daraufhin humanitäre Hilfsprojekte für Senioren, Invalide und Holocaust-Überlebende. Dann verlor auch der weißrussische Rubel die Hälfte seines Wertes, was zu einem weiteren Anstieg der Alijah führte - diesmal aus dem benachbarten Weißrussland. Auch dort intensivierte die ICEJ 2016 ihre Hilfsprojekte. 

  • Mehr als die Hälfte der jüdischen Neueinwanderer kommt derzeit aus Russland, der Ukraine und Weißrussland. 58 Prozent der gesamten Alijah nahm 2017 ihren Anfang in der GUS.
  • In den ersten acht Monaten 2017 landeten 11.846 Neueinwanderer aus den GUS-Staaten in Israel.
  • Das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum

Die ICEJ hat seit ihrer Gründung 1980 zirka 140.000 Juden aus den GUS-Staaten bei ihrer Heimkehr nach Israel unterstützt. Bitte helfen Sie uns, diese wichtige Arbeit fortzusetzen und zu intensivieren. Die vielfältigen Unterstützungsleistungen der ICEJ pro Neueinwanderer kosten im Durchschnitt 200 Euro. Mit einer Projekt-Patenschaft leisten Sie konkrete Unterstützung. Herzlichen Dank!


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