Fußpflege für Holocaustüberlebende

Ein Akt der Solidarität

Als ich vor einem Jahr im „Wort aus Jerusalem“ las, dass viele Holocaust-Überlebende in Israel unterhalb der Armutsgrenze leben, traf mich das tief und ließ mich nicht mehr los. In mir entstand der Wunsch, diesen Menschen durch einen persönlichen Akt der Solidarität zu dienen. Nach einer Zeit des Prüfens und Betens meldete ich mich schließlich bei der ICEJ - Schweiz für einen Dienst als Fußpflegerin. Mein Anliegen wurde positiv aufgenommen und schon bald erhielt ich die Antwort, dass ich mit einer Hilfsorganisation für Holocaustüberlebende in Jerusalem zusammenarbeiten könne.

 

Ankunft in Jerusalem

Und so befand ich mich nach gründlichen Vorbereitungen mit meinem 23 kg schweren Koffer (inkl. meiner gesamten Fußpflege - Ausrüstung) auf dem Flughafen Zürich. Meine lieben Freunde halfen mir beim Einchecken und verabschiedeten mich. In Jerusalem angekommen konnte ich bei einer jungen Schweizerin wohnen. Mit ihrer Hilfe fand ich mich in der unbekannten Umgebung bald zurecht und war mit dem öffentlichen Verkehr und den Einkaufsmöglichkeiten in Jerusalem vertraut.

 

Bewegende Begegnungen

An meinem neuen Arbeitsort wurde ich von den Mitarbeitern sehr freundlich empfangen und sie organisierten die Termine mit den Holocaustüberlebenden. Meinen leidgeprüften jüdischen Brüdern und Schwestern die Füße pflegen zu dürfen, war für mich ein Privileg! Wie viele schöne und eindrückliche Begegnungen durfte ich während meinem Aufenthalt erleben.

 

Im Haifa-Heim

Ein Highlight war der Tag im Heim für Holocaustüberlebende in Haifa. Frühmorgens wurde ich von Tobi Höschke und Yudit Setz von der ICEJ-Sozialabteilung abgeholt. Es war sehr bewegend zu erleben, wie die Holocaust-Überlebenden in diesem Heim mit viel Liebe umsorgt und gepflegt werden. Diesen Tag werde ich nie vergessen! Namen wie Nahum Berkovich und Schoschanna Kolmer prägten sich mir unauslöschlich ein. Schoschanna spricht sogar Deutsch! Ich wurde mit Dank und vielen Segnungen überschüttet! Immer noch sehe ich ihre strahlenden Augen vor mir... Müde, aber glücklich fuhren wir abends durch dichten Verkehr wieder zurück nach Jerusalem. Danke, liebe Yudit, für dieses eindrückliche Erlebnis!

 

Reich beschenkt

Neben meinem Dienst fand ich auch Zeiten der Ruhe und Besinnung. Ein tiefes Empfinden von Gottes Nähe! Ich fühlte mich in der Zeit, die ich alleine in Jerusalem verbrachte von Gott beschützt und geborgen. Mein Fazit: Ich ging um zu schenken - und wurde beschenkt! Ich diente und wurde gesegnet! Reich erfüllt und glücklich kehrte ich nach dieser schönen Zeit wieder in die Schweiz zurück! Ein Teil meines Herzens ist jedoch in Israel bei diesen wertvollen Menschen geblieben.


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